Baustart für neuen Trinkwasserverbund: Drei an einem Strang

Baustart für neuen Trinkwasserverbund: Drei an einem Strang

Der Anschluss an das Wasserwerk der Badenova in Hausen ist für Breisach am Rhein, Ihringen und Merdingen nun in greifbare Nähe gerückt: Am Freitag, 9. November fand der offizielle Spatenstich statt. Im Herbst 2019 wird Badenova die Leitung in Betrieb nehmen und damit verschiedene Qualitäts-, Mengen - und Modernisierungsprobleme lösen. Bauherren sind die drei Kommunen.

 

Um sich bezüglich der Trinkwasserversorgung für die Zukunft aufzustellen, setzten die drei Kommunen Breisach, Merdingen und Ihringen auf die hohe Kompetenz und langjährige Erfahrung der Badenova-Tochter bnNETZE. Mathias Nikolay, Badenova-Vorstand, bedankte sich bei den Bürgermeistern Oliver Rein (Breisach am Rhein), Benedikt Eckerle (Ihringen) und Martin Rupp (Merdingen) für das entgegengebrachte Vertrauen und lobte die interkommunale Zusammenarbeit als „einen beeindruckenden Beweis für Weitsicht und Zukunftsorientierung. Wir freuen uns, Projektpartner und künftiger Wasserlieferant sein dürfen.“ Nach Jahren der Planung könne das 7 Millionen EUR (brutto) Projekt nun starten. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit rund 1 Million EUR Fördermitteln, was die Bauherrengemeinschaft entlastet.

Der Anlass für die interkommunale Lösung waren die vorhandenen und sich für die Zukunft weiter verschärfenden Qualitätsprobleme beim Trinkwasser in der Münsterstadt Breisach am Rhein. Das Grundwasser, das gefördert wird, ist aufgrund des langjährigen Kalibergbaus im benachbarten Elsass stark salzhaltig und beschleunigt ein Korrodieren der Leitungen. Deshalb fließt von Zeit zu Zeit rosthaltiges Wasser aus den Trinkwasserhähnen, Leitungen und insgesamt die Installationen werden überdurchschnittlich belastet und angegriffen. Breisachs Bürgermeister Oliver Rein hat es sich bereits vor einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, den Zustand abzustellen: „Eine Chloridblase schlummert unter unserer schönen Stadt und wird unser Trinkwasser auch in 50 Jahren noch beeinträchtigen, wenn wir nicht aktiv gegensteuern.“

In der Nachbarkommune Ihringen gibt es keine vergleichbaren Qualitätsprobleme. Doch die Gemeinde setzt auf einen Anschluss an den Wasserverbund, um mit einem Notanschluss die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sollten die eigenen Tiefbrunnen einmal ausfallen. Bisher sichern Ihringen und Wasenweiler ihre Trinkwasserversorgung gegenseitig ab. Bürgermeister Benedikt Eckerle erläutert: „Weiterhin kann und wird sich Ihringen selbst mit eigenem Trinkwasser versorgen. Doch mit der Anbindung an den Verbund erhöhen wir für unsere Bürger die Versorgungssicherheit.“ Die Situation im Breisacher Ortsteil Gündlingen gestaltet sich ähnlich, so Bürgermeister Rein: Dort wird der Tiefbrunnen erhalten bleiben, der Anschluss an den neuen Verbund garantiert aber auch hier zusätzliche Versorgungssicherheit.

Die dritte Kommune im Bunde ist Merdingen: „Durch den Bau der Trinkwasserleitung erhält Merdingen eine redundante Wasserversorgung und wir können somit unser Pumpenhaus entlasten. Positiver Nebeneffekt der Mischversorgung wird eine deutliche Verringerung des Wasserhärtegrades sein“, so Bürgermeister Martin Rupp.

Auch für Badenova bzw. bnNETZE gehört die Maßnahme eher zu den größeren Projekten: Der Bau der rund 14 Kilometer langen Leitung vom Hochbehälter Opfingen über Merdingen, Gündlingen, Hochstetten bis nach Breisach kostet rund 7 Millionen EUR. Baustart ist im November 2018. Im Jahr 2016 wurde jedoch bereits eine Anschlussleitung verlegt, an die nun angeschlossen werden kann. Eine bauliche Herausforderung ist die Querung des Tuniberg zwischen dem Hochbehälter Opfingen und der Tallage in Merdingen sowie die Querung der örtlichen Naturschutzgebiete. Die wesentlichen Leitungen laufen jedoch im Randstreifen der Straßen und im Bereich landwirtschaftlicher Verkehrswege. Zwischen Opfingen und Breisach sind 12 Kilometer zu bauen, auf die Anschlussleitungen Merdingen und Ihringen entfallen zwei Kilometer. Vom Anschluss, der im Herbst 2019 fertig gestellt ist, profitieren rund 21.000 Bürger. Die Menge des abgegebenen Wassers wird rund 1,1 bis 1,3 Millionen m³ betragen, die Spitzenabgabe pro Stunde liegt zwischen 350 und 400 m³.

Hinweis: Am Mittwoch, 14. November findet um 18 Uhr in der Merdinger Festhalle, Jan-Ullrich Str. 2, eine Bürgerinfo-Veranstaltung statt. Die Experten von Badenova informieren über das Projekt.

Weitere Infos zur Transportleitung auf www.bnnetze.de unter https://wasser.bnnetze.de/web/Wasserversorgung-in/Betriebsführung/Breisach/Wassertransportleitung-Opfingen-Breisach/index.jsp

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